Bald steht auch mir bevor nach einer längeren Pause wieder mit dem Üben anzufangen.

Und ich ahne schon: Der Schweinehund wartet hinter der nächsten Ecke und hat sich die plausibelsten Argumentationen zurechtgelegt, warum heute noch nicht der richtige Tag ist wieder mit dem Üben durchzustarten.

Es sind ja vor allem zwei Dinge, die ihm ordentlich Futter geben. Zum einen fehlen nach einer Übepause die Routinen das Musizieren in den Alltag zu integrieren. Und zum anderen ist man natürlich auch nicht mehr so fit. Das heißt die Muskulatur ist untrainiert, das Üben ist anstrengender und es fehlt die Leichtigkeit beim Spielen. 

In diesem Beitrag teile ich fünf Dinge mit Dir, wie Du nach einer längeren Pause wieder entspannter in das Üben bzw. Musizieren findest und wie Du schneller an Deinen Zustand vor dem Urlaub oder der Pause anknüpfen kannst.

Also, lass uns keine Zeit verschwenden: Los geht’s!

5 Tipps, um nach einer Pause wieder mit Motivation und Leichtigkeit mit dem Musizieren zu starten

#1 Mindset

Im Grunde genommen spielt der Kopf wahrscheinlich die entschiedenste Rolle, wie Du nach einer längeren Pause wieder beim Musizieren oder beim Üben einsteigen kannst. 

Hier ist das größte Problem, dass wir uns beim Einstieg mit unserem Zustand vor der Pause vergleichen, bei dem wir oftmals viel fitter waren. 

Mein Tipp: Bereite Dich mental darauf vor, dass Du bei Deinem Übe-Einstieg nicht direkt daran anknüpfen kannst, wo Du vor der Pause aufgehört hast. Das klingt vielleicht superlogisch, aber für mich macht es wirklich einen großen Unterschied, ob ich mich bewusst darauf einstelle oder ob ich einfach auf das Beste hoffe!

Andernfalls ist man nämlich erst mal enttäuscht, wenn es nicht gleich super läuft und belegt die ersten Übe-Einheiten negativ. Das trägt natürlich nicht zur langfristigen Motivation bei und die Motivation hoch zu halten ist aus meiner Sicht das Wichtigste beim Wiedereinstieg mit dem Üben. 

#2 Den Fokus auf die richtigen Dinge richten

Wie auch bereits im letzten Blogartikel schon erwähnt, kann eine Pause eine sehr wertvolle Zeit in deinem Entwicklungsprozess sein, da sich währenddessen das neu Erlernte setzen kann. Zumindest ging es mir oft so, dass ich nach einer Pause überrascht darüber war, wie leicht mir Dinge auf einmal fielen, an denen ich zuvor hart gearbeitet hatte. 

Ich konnte dann auf einem höheren Level als vorher anknüpfen, war also über die Pausenzeit besser geworden. 

Und jetzt hilft es mir ungemein beim Wiedereinstieg meinen Fokus auf diesen Fortschritt zu richten und mich daran zu erfreuen, was besser geworden ist, anstatt gleich über die Dinge nachzudenken, die ich verbessern will. 

Probiere es doch auch einfach mal aus!

#3 Kreiere einen Übe-Flow

Ein Fehler der mir sehr oft beim Üben, aber auch beim Laufen passiert, ist, dass ich nach einer längeren Pause an die Länge der Übe- bzw. Lauf-Einheiten anknüpfen möchte. Und ja, es ist nicht logisch, aber ich vermute mal, dass sich jetzt auch der oder die ein oder andere unter Euch ertappt fühlt. 

Die Einheiten sind dann natürlich viel zu lang und zu anstrengend für meinen Fitnesszustand – sowohl auf dem Instrument als auch beim Laufen. Auf die nächste Übe-Session habe ich dann meist schon in den letzten Minuten der vorherigen keine Lust mehr. So baut man natürlich keine Routine auf und bleibt auch langfristig nicht motiviert.

Deshalb beginne ich nun immer mit kurzen knackigen Übe-Einheiten, die zu deinem Fitness Level passen und die ein Flow kreieren.

Hier passt wunderbar das Sprichwort: Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Denn wenn Du nur so lange übst wie Du auch motiviert bist, wird diese Motivation anhalten und Dich auch langfristig tragen.

#4 Back to Basics

Die eigene Fitness aufzubauen ist eigentlich das Wichtigste beim Wiedereinstieg mit dem Musizieren und dafür sind Grundlagenübungen die schnellste und einfachste Methode. Es lohnt sich also ein kleines Repertoire mit einfachen Übungen zurechtzulegen, die dich schnell wieder fit machen und Dir helfen wieder in das Musizieren reinzufinden. 

Für alle Blasinstrument sind das zum Beispiel die bekannten „Töne aushalten“, bei denen die Ansatz-Muskulatur trainiert wird. Aber auch Artikulationsübungen sind sehr hilfreich.

Sprich doch einfach mal Deinen Lehrer an oder google das Thema passend für Dein Instrument. Du wirst sicher fündig!

#5 Routinen pflegen

Eine weitere Gedankenfalle ist es, davon ausgehen, dass wir an eine frühere Übe-Routine nach einer längeren Pause einfach wieder anknüpfen können ohne extra Energie oder Disziplin investieren zu müssen.

Natürlich ist es einfacher, wenn Du schon mal eine Routine hattest, diese wieder zu aktivieren. Trotzdem solltest Du Dich darauf einstellen, dass Du dem Musizieren erst einmal wieder eine gewisse Priorität einräumen musst, damit es wieder zu einer etablierten Routine werden kann. 

Es ist vollkommen egal wie lange du übst. Erstmal kommt nur drauf an, dass Du Deinen Plan, den Du Dir vornimmst, auch umsetzt. Wenn Du dann die ersten Wochen überwunden hast, in denen Dich Dein Schweinehund sehr auf den Prüfstand stellt und probiert Dich dazu zu bewegen die ein oder andere Übe-Einheit ausfallen zu lassen, wird sich nämlich wieder die Routine einstellen und Dir das regelmäßige Üben viel einfacher fallen.

Solltest Du bei Deiner Überoutine noch Unterstützung benötigen, kannst Du Dir hier den beingdoingmusic-Übertracker herunterladen, mit dem Du wunderbar Dein Üben planen und dokumentieren kannst.

Für dich zusammengefasst:

  • Stelle dich mental auf die Schwierigkeiten ein, die ein Einstieg in das Musizieren nach einer langen Pause hat.
  • Richte den Fokus beim Einstieg auf die Dinge, die jetzt besser als vor der Pause laufen und wo Du Fortschritte gemacht hast, denn das motiviert Dich für die nächsten Einheiten.
  • Übe lieber kurz und knackig und kreiere so einen Flow. Lange, anstrengende Übe-Einheiten können Dich demotivieren und dem regelmäßigen Üben im Weg stehen.
  • Grundlagenübungen können Dir dabei helfen Deine Fitness schneller wieder aufzubauen.
  • Selbst wenn Du schon mal eine Übe-Routine hattest, kannst du nicht davon ausgehen diese nach der Pause einfach so fortführen zu können. Priorisieren Dein Üben in den Wochen nach der Pause und Du wirst wieder eine Routine aufbauen.

Fazit

Das Musizieren oder Üben nach einer längeren Pause oder einem Urlaub wieder aufzunehmen, kann eine anstrengende Angelegenheit sein. Nicht selten wird aus der Pause eine noch längere. Und im schlimmsten Fall kann es sogar dazu führen, dass wir gar nicht mehr so richtig reinkommen.

Mit ein paar kleinen Tricks wird Dir Dein Einstieg aber leichter fallen und es auch mit der Motivation klappen. Insbesondere das Mindset und Deine Erwartungen spielen eine große Rolle, wie Dir der Start gelingt. Wenn ich mich gut auf die mentalen Herausforderungen eingestellt hatte, war die körperliche Fitness eigentlich kein Problem mehr. 

Es lohnt sich also sehr sich auch mit Deinen eigenen Erwartungen und Gedanken auseinanderzusetzen.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Start nach einer längeren Musizierpause. Solltest du Fragen haben, schreibe mir gerne an: mail@beingdoingmusic.de.

Wie gehst Du das Thema Üben nach einer längeren Pause an? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!