Noch ein Blog?! Muss das denn wirklich sein? 

Ja! Und warum? Weil ich richtig Lust habe!

Aber jetzt mal Scherz beiseite. Vielleicht hast Du Dich ja schon gefragt, warum ich gerade einen Blog starte. Und genau das soll heute Thema dieses Beitrages sein.

Natürlich verrät der Blogtitel beingdoingmusic – also sein, tun und Musik – auch schon einiges über mein Warum.

Aber fangen wir von vorne an.

Nach dem Abitur war mir klar, dass ich Musik bzw. Klarinette studieren wollte. Ich bereitete mich auf die Aufnahmeprüfung vor und als ich den Studienplatz bekam, konnte ich mein Glück kaum fassen. 

Von dem Moment an hatte ich nur noch ein Ziel, nämlich besonders gut auf meinem Instrument zu werden. Und ja, andere Dinge hintenanzustellen oder auf Sachen zu verzichten gehörten dazu, aber das war für mich gar kein Problem. Ich hatte eine Tunnelblick und war vollkommen fokussiert!

Die erste Herausforderung

Den ersten Dämpfer bekam ich gleich im ersten Semester. Durch zu viele und zu schnell erhöhte Übestunden bekam ich eine Sehnenscheidenentzündung, eine Entzündung im Unterarm.

Das bedeutete konkret: Nicht üben! 

Für jemanden, der sein ganzes Leben darauf ausgerichtet hatte, nicht ganz optimal. 

Dazu kam, dass mir keiner so richtig sagen konnte, wie ich die Entzündung möglichst schnell wieder loswerden konnte. Außerdem stand auch immer im Raum, dass Sehnenscheidenentzündung chronisch verlaufen können. Das heißt, dass sie immer und immer wieder zurückkommen. Es stand also auch auf der Kippe, ob sie jemals wieder richtig abklingen würde und ob mein Wunsch Musikerin zu werden überhaupt gesundheitlich möglich war.

Das war echt eine schwierige und ätzende Zeit! Ich selbst hoch motiviert und mit einem klaren Ziel vor Augen und mein Körper streikte.

Was machte ich nun den ganzen Tag? 

Neben eine paar Physiotherapie-Terminen hatte ich nicht wirklich viel zu tun und meine Gedanken und Ängste hatten viel Raum sich zu entfalten. Reinsteigern war also wunderbar möglich!

So gern hätte ich jemanden gehabt, der etwas sagte wie: „Wenn Du dieses oder jenes tust, dauert es noch so und solange bis Du wieder spielen kannst!“ Leider gab es diesen jemand oder Arzt nicht und ich war mehr oder weniger auf mich allein gestellt. 

Also begann ich, in der Hoffnung auf Besserung, auch selbst Dinge auszuprobieren: Entspannungstechniken, Yoga, Dehnen, Akupunktur, um nur einige Beispiele zu nennen. Was blieb mir anderes übrig?

Falls Du Dich jetzt fragst, was mir am meisten geholfen hat, kann ich Dir leider keine konkrete Antwort geben. Den entscheidenden Unterscheid, denke ich, hat aber gemacht, dass ich wieder angefangen habe auf meinen Körper zu hören. Nur so konnte ich feststellen, was oder ob mir etwas weiterhalf.

Ich meine, diese Sehnenscheidenentzündung kam ja auch nicht von ungefähr. Trotz der Signale meines Körpers eine Pause machen zu müssen, habe ich weiter geübt! Für mich hatte der Körper zu funktioniere. Pausen habe ich wenig gemacht. Und auch nicht auf meinem Körper gehört bzw. vielleicht konnte ich die Signale auch gar nicht wahrnehmen. 

Das Learning

Heute bin ich sehr dankbar für diese Zeit, denn jetzt achte ich auf die Signale meines Körpers, bin damit produktiver, erreiche viel mehr mit einer größeren Leichtigkeit! Ich bin weniger erschöpft, weniger krank und wenn es doch mal so weit kommt, dass ich krank im Bett liege, erhole ich mich schnell.

Aber diese Körperbewusstsein oder diese Form der Achtsamkeit hat sich auch auf mein Instrumentspielen ausgewirkt. 

Ich lege jetzt sehr viel mehr Wert darauf, dass ich mich beim Spielen wohlfühle, dass es sich „natürlich“ anfühlt. Dadurch ist mein Spiel wesentlich flexibler und besser geworden. Ich meistere technische Schwierigkeiten besser und kann diese bei Konzerten konstanter abrufen. Und ich habe auch weniger Verspannungen. 

Deshalb der Blogtitel

Um wieder auf den Blog-Titel zurückzukommen: Durch die Sehnenscheidenentzündung habe ich gelernt das Tun, also das Arbeiten bzw. das Üben mit dieser Achtsamkeit, dem Sein zu verbinden. Deshalb auch der Titel: beingdoingmusic.

Was ich mir vorher nie hätte vorstellen können, ist, dass ich auf diese Weise sogar bessere Ergebnisse erziele als ohne diese Verbindung. 

Aber eine zweite Herausforderung ließ auch nicht lange auf sich warten. 

Die Kombination aus verschiedenen Dingen u.a., dass mein Lehrer nicht so gut zu mir passte, wie ich es mir gewünscht hätte und dass familiäre Todesfälle und Krankheiten auftauchten, kratzen an meiner mentalen Stärke. Bei Konzerten fühlte ich mich unsicher, ich war sehr aufgeregt und konnte meine Leistung nicht mehr so abrufen, wie ich es gewohnt war.

Das war wirklich eine ganz neue Herausforderung für mich, da ich eigentlich immer gerne auf der Bühne stand. 

Tool und Tipps halfen hier nur mäßig weiter. Es musste ein neues Mindset her. Über einen Coach begann ich an meinen Glaubenssätzen, Mustern und Erwartungen zu arbeiten. Sie zu verstehen, dann aufzulösen und neue zu formen. 

Mindset und Persönlichkeitsentwicklung

In dieser Phase lernte ich sehr viel über mich selbst und entwickelte mich persönlich weiter. Dies war die Grundlage dafür, dass ich heute wieder mit Freude und Leichtigkeit auf die Bühne gehe, aber es hat auch Einflüsse darauf wie ich Projekte anpacke oder mich mal aus einem Motivationstief hole.

Als ich später anfing zu unterrichten, wurde mir bewusst, dass wir unsere Muster und Glaubenssätze immer mitnehmen. Ob bei einem Hobby oder bei der Arbeit, einem Kuchen, den wir für eine Party backen und der unbedingt perfekt sein soll, oder eben beim Instrumentspielen. 

Musik als Schlüssel

Einige meiner Schüler*innen bestätigten mir, dass sie die hohen Erwartungen, mit denen sie in den Klariettenunterricht kommen auch beim Sport oder auf der Arbeit haben. Wenn wir im Rahmen begannen die Muster zu reflektieren und daran zu arbeiten, kamen einigen nach ein paar Wochen begeistert und meinten, ich habe jetzt dieses oder jenes auch beim Sport versucht. War super!

Musik wurde für sie ein Schlüssel für ihre Persönlichkeitsentwicklung und um an sich selbst zu arbeiten!

Durch Musik wachsen!

Was ist Musik für mich?

Musizieren fordert mich heraus, bringt mich an meine Grenzen, aus meiner Komfortzone. Sie lässt mich über meine Grenzen hinaus wachsen und stärkt mein Selbstbewusstsein!

Auf meinem Weg gab es zwei Dinge, die dabei wirklich den Unterscheid gemacht haben:

  1. Kopf und Körper zu nutzen und das Sein mit dem Tun zu verbinden. 
  2. Mich selbst besser zu verstehen und ein neues Mindset zu entwickeln!

Mein Warum für den Blog

Aus diesem Grund habe ich den Blog gestartet, weil ich genau diese Erfahrungen mit Dir teilen möchte!

So viele hören wieder auf ein Instrument zu spielen oder stecken in ihrer Entwicklung fest, weil sie sich beim Spielen unwohl fühlen oder ihnen ihre Glaubensätze und Erwartungen im Weg stehen.

Das ist doch schade! 

Ja, musizieren ist auch Arbeit und braucht Disziplin, aber es darf auch leicht sein und darf Spaß machen.

Musik lässt Dich wachsen! 

Ich wünsche mir, dass so viele Menschen wie möglich davon profitieren und Freude am musizieren haben. Dafür gehe ich los! 

Deine Melina